Nixe Binsefuß

Lieder und Erzählungen von Nixen, Meerfeen und Wassermännern

„Des Wassermanns sein Töchterlein tanzt auf dem Eis im Vollmondschein. Sie singt und lachet sonder Scheu wohl an des Fischers Haus vorbei …“

(„Nixe Binsefuß“, Hugo Wolf)

Sie ist frech und sich dabei ihrer Macht über die Menschen sehr wohl bewusst – die Nixe Binsefuß. Zuerst verspottet sie den armen Fischer nur, weil er an ihrem zugefrorenen See fischen will. Dann droht sie ihm gar, seine Netze zu zerfetzen, wenn er sich ihren Fischen nähern sollte. Doch trotz alledem zeigt sie am Ende ein gutes Herz und schenkt der Tochter des Fischers zur Hochzeit einen goldenen Fisch, dessen Schuppen ihr alljährliche 500 Gröschlein bringen werden.

Andere Wasserwesen sind da schon gefährlicher.

Da werden arglose Fischer von zarten Stimmen verzaubert und schließlich, den schönen Meerfrauen hilflos verfallenen, in die todbringenden Fluten gezogen.

Einer muss sogar den schaurigen Leichenzug der Mummelseegeister mit ansehen …

Aber auch heiteren Fabelgestalten begegnet man hier: verzauberten Wasserlilien zum Beispiel, die im Mondschein zu tanzenden Seemädchen werden und kichernd wieder zurück ans Ufer laufen, wenn Vater Wassermann drohend seine Stimme erhebt – wohl wissend, dass er ihnen ja doch nicht so recht böse sein kann.

Und einem alten Nöck versprechen am Ufer stehende Kinder für sein Harfenspiel und seinen Gesang im wilden Wasserfall sogar eine unsterbliche Seele, denn „wer singt darf in den Himmel gehn“.

Diese und viele andere Nixen, Meerfeen und Wassermänner geben sich im Reich der Nixe Binsefuß ein amüsantes, schauriges, besinnliches, dramatisches, lustiges und manchmal auch trauriges Stelldichein.

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